Geschichte

Eiszeit

35‘000 bis 17‘000 v. Chr.

Die letzte grosse Vergletscherung des Schweizer Mittellandes erreichte vor rund 20‘000 Jahren ihren Höhepunkt. Die gewaltigen Geschiebemassen (Moränen), welche die Gletscherzungen vor sich herschoben, prägen unsere Landschaft bis heute. Die teilweise hintereinanderliegenden Moränenzüge deuten darauf hin, dass der Rückzug der Gletscher etappenweise vor sich ging. Um 17‘000 v. Chr. war das Mittelland dann komplett eisfrei. Die Vegetation war sehr karg, vergleichbar mit den Regionen im Norden Skandinaviens. Grosse Gesteinsbrocken (Findlinge wie auf dem Steinhof) und abgetrennte Eisschollen blieben liegen. In den Becken der ehemaligen Gletscherzungen bildeten sich Schmelzwasserseen, die sich zwischen den Endmoränen stauten. Eines dieser sogenannten „Toteislöcher“ bildete schliesslich den Burgäschisee.

 

 1

 Ur- und Frühgeschichte

13‘000 bis 9‘500 v. Chr.

Die ältesten archäologischen Funde in unserer Gegend stammen aus der Zeit um 13‘000 v. Chr. Es handelt sich um die Hinterlassenschaften der ersten Jäger und Sammler, die – den Rentierherden folgend – in die eisfreien Landstriche zurückkehrten. Die Menschen schlugen ihre Lager nahe am Wasser auf. Die offenen Wasserflächen zogen viele Tiere an, die man leicht jagen konnte, und auch Fische und Wasservögel waren willkommene Beute.

 2

Jungsteinzeit

6‘500 bis 2‘200 v. Chr.

Die ersten Schritte zum Anbau von Getreide und zur Haustierhaltung wurden um 10‘000 v. Chr. im Vorderen Orient gemacht. Von da aus gelangten Saatgut und Haustiere allmählich auch nach Mitteleuropa. Die Menschen wurden allmählich sesshaft. Ab ungefähr 4‘300 v. Chr. sind bei uns die ersten Siedlungen fassbar. Die Ufer der grossen Seen des Schweizer Mittellandes, aber auch die der kleineren Gewässer wie dem Burgäschi- und Inkwilersee, wurden als Standorte gewählt. Im feuchten Seeboden haben sich neben Steinwerkzeugen und Tongefässen auch organische Gegenstände aus Holz, Geweih, Knochen und Textilien hervorragend erhalten. Die Funde aus den drei bekannten Pfahlbausiedlungen am Burgäschisee sind für die Forschung deshalb von grosser Bedeutung. Die geborgenen Artefakte lagern heute grösstenteils im Museum Blumenstein in Solothurn und im Historischen Museum Bern.

 3

 Bronzezeit

2‘200 bis 800 v. Chr.

Während der frühen Bronzezeit nah die Bevölkerung des Mittellands durch Ackerbau und Viehzucht kontinuierlich zu. Die Bronze, eine Metalllegierung aus Kupfer und Zinn, löste den brüchigen Feuerstein ab. Um 1‘600 v. Chr. verschlechterte sich aber das Klima. Es wurde kälter und die Seespiegel stiegen. Die Menschen, die am Wasser lebten, mussten ihre Siedlungen aufgeben und ihre Dörfer landeinwärts neu aufbauen. Erst in der späten Bronzezeit ab 1‘300 v. Chr. sind wieder Siedlungsspuren an den tiefer liegenden Seeufern auffindbar wie beispielsweise auf der Insel im Inkwilersee. Das Ufer des Burgäschisees scheint in dieser Zeit aber kaum mehr besiedelt worden zu sein, denn bereits am Ende des 9. Jahrhunderts v. Chr. stiegen die Seespiegel erneut massiv an. Die Menschen legten vermutlich auf den umliegenden Hügeln Landsiedlungen an, die leider kaum erhalten geblieben sind, weil sich organisches Material in trockenem Boden schnell zersetzt.

Quelle: Archäologie des Oberaargaus. Ur- und Frühgeschichte

Fortsetzung folgt…

Weitere Quellen: Wikipedia